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Kirche im Um- und Aufbruch:Hintergrundinfos zur Pastoralen Einheit

Veränderungen sind Teil des kirchlichen Lebens. Und sie wirken unterschiedlich auf die Gläubigen. Wir möchten mit offener Kommunikation den anstehenden Prozeß begleiten.
EZB-Mathe
Datum:
11. Apr. 2026
Von:
Volker Fischer

Auf dem Weg zur Pastoralen Einheit Siebengebirge

Wo kommen wir als Gemeinden her?

Im Jahr 2018 wurde unter der Leitung von Pfarrer Michael Ottersbach der Sendungsraum „Katholisch am Siebengebirge" gebildet. Er vereinte die Seelsorgebereiche des Pfarrverbands Bad Honnef mit den Gemeinden des Seelsorgebereichs Unkel. Der Sendungsraum ist Teil der diözesanen Strukturreformen, die das Erzbistum Köln im Rahmen des Programms #ZusammenFinden eingeleitet hat.

Merkmal des Sendungsraumes ist ein Pfarrer für die Leitung der pastoralen Dienste mit dem Pastoralteam, selbständigen Pfarreien mit eigenem Kirchenvorstand und einem Pfarrgemeinderat je Seelsorgebereich. Corona hat den Start des Programms erschwert, aber es gibt inzwischen auf der Ebenen der Gläubigen und Gemeinden schon zarte Pflänzchen des Zusammenwachsens. Doch nun gehen die strukturellen Anpassungen weiter …

Warum braucht es jetzt schon die Vorbereitung auf die nächste strukturelle Anpassung?

Die Antwort ist nüchtern, aber nicht zu leugnen. Drei Entwicklungen machen Veränderungen notwendig:

  • Mitgliederrückgang: Von 2010 bis 2020 sank die Zahl der Katholikinnen und Katholiken im Erzbistum Köln um rund 10 Prozent – bis 2030 wird sie von ehemals 2 Millionen auf knapp 1,5 Millionen weiter fallen.
  • Personalmangel: Die Zahl der Priester, Diakone sowie Pastoral- und Gemeindereferentinnen wird sich bis 2030 fast halbieren – von rund 1.000 auf etwa 600 Personen.
  • Finanzielle Lage: Das Erzbistum Köln verzeichnet 2025 ein Haushaltsdefizit, weniger Mitglieder = weniger Einnahmen. Aktuelle Strukturen müssen auf den Prüfstand, ein einfaches weiter so funktioniert nicht.

Angesichts dieser Entwicklungen hat das Erzbistum Köln seit Herbst 2023 Pastorale Einheiten errichtet. Seit dem 1. September 2025 gehören die Seelsorgebereiche Bad Honnef und Unkel gemeinsam mit den Pfarreiengemeinschaften Königswinter-Tal und Königswinter am Ölberg zur Pastoralen Einheit Siebengebirge – mit insgesamt über 32.000 Katholikinnen und Katholiken auf 151 km².

Wie geht es nun weiter?

Nachdem Zusammenführen zur Pastoralen Einheit Siebengebirge und dem Treffen des Koordinierungsgremiums ist ein erster Rahmen gesteckt. Bis zum 01.01.2029 sollen die 16 Gemeinden rechtlich zu einer Pfarrei zusammengeführt werden. 

Ab 2027 erhalten nicht mehr die einzelnen Gemeinden ihre „Kirchensteuerzuweisung“ vom Erzbistum, sondern die gesamte Pastorale Einheit bekommt diese Mittelzuweisung und muss sie den einzelnen Gemeinden zuteilen. Hierfür ist es notwenig, in der ganzen pastoralen Einheit Siebengebirge

  • die vorhandenen Gebäude und Liegenschaften auf ihren baulichen Zustand, ihre Nutzbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu analysieren und
  • die seelsorgerischen Handlungsfelder in den einzelnen Gemeinden im Hinblick auf ihre Wirksamkeit für die Menschen zu bewerten.

Einfach gesagt wird es in Zukunft darum gehen, was wir uns als Pastorale Einheit an Gebäuden oder seelsorgerischen Diensten noch leisten wollen und können, der Prozeß wird dabei vom Erzbistum gegleitet. Bis zur Fusion der Pfarreien muss für die neu entstehende Pfarrei ein Name und ein Patron gefunden werden sowie welches der 16 Gotteshäuser zur Pfarrkirche der Pastoralen Kirche wird.

Sorgen ernst nehmen
Viele Menschen fragen sich: Bleibt meine Kirche erhalten? Verliere ich meine Gemeinde? Diese Sorgen sind verständlich und berechtigt. Gewachsene lokale Identitäten und liebgewonnene Gewohnheiten stehen auf dem Prüfstand. Leitender Pfarrer Markus Hoitz benennt es offen: Der Prozess werde „nicht einfach und an manchen Stellen auch schmerzhaft" sein. Und es ist mehr als aus 2 Sendungsräumne mit 8 Gemeinden eine Pastorale Einheit zu bilden.

Trotz aller Herausforderungen bietet der Wandel auch Chancen: Ressourcen können gezielter eingesetzt, Angebote können besser vernetzt und so das Pastoralteam und die vielen Ehrenamtliche entlastet werden. Was eine einzelne Gemeinde kaum noch stemmen kann, wird gemeinsam tragfähiger und machen das Gemeindeleben zukunftsfähiger. Bleiben wir also zuversichtlich, wir werden weiter informieren.